nach Shakespeare
Premiere: 27. Januar 2011, Augustinerseminar Weiden (Innenhof)
Shakespeares Stück Der Kaufmann von Venedig wird in unserer Zeit zu einem Drama um scheiternde Finanztransaktionen und durchtriebene Affären. Die zahlreichen Liebeshändel werden mit denselben materiellen Hintergedanken durchgeführt wie die dubiosen Geldgeschäfte, durch die alle zu Fall kommen. Und natürlich darf, wenn die Geschäfte schief gehen, ein geeigneter Sündenbock nicht fehlen.
Antonio, ein Kaufmann von Venedig, will seinem Freund Bassanio aushelfen, indem er ihm dreitausend Dukaten leiht. Bassanio braucht das Geld, um die Hand der überaus reichen Erbin Portia zu erwerben. Antonio willigt großzügig in den Kredit ein, den er vor allem als Investition in ein langfristig profitables Unterfangen seines Freundes betrachtet. Just in dem Moment, da sein Kredit von Bassanio verlangt wird, ist Antonio aber nicht liquide. Sein gesamtes Vermögen ist in diversen Unternehmungen gebunden. Bald jedoch erwartet er sein global investiertes Kapital mit großem Gewinn zurück. Um das Geld dennoch zu besorgen, leiht er sich daher den Betrag bei Shylock, einem von den anderen Venezianern verachteten und gedemütigten Außenseiter.
Der Kaufmann von Venedig gipfelt in einer grotesken Satire über von Opportunismus durchdrungene Beziehungen und finanzielle Desaster: Kaum hat Bassanio Portias Hand erhalten, ereilt Antonio die Nachricht, dass sein Vermögen vernichtet ist. Unweigerlich kommt es zum Showdown der beiden Gegner Antonio und Shylock – und aus einem im Scherz geschlossenen Vertrag wird bitterer Ernst…
William Shakespeare lebte von 1564 bis 1616. Der Kaufmann von Venedig entstand um 1596.
Regie: Jens Zörner
Dramaturgie und Bearbeitung des Stoffes: Andreas Deutz
Ausstattung: Stefan A. Schulz
Produktion: Stephan Brunner
mit Stephan Brunner, Tim Engemann, Michael Hase, Elisabeth Milarch, Julia Romanova, Amor Schumacher und Christian Stotz
Sponsoren:
Medienhaus Der Neue Tag
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